Beobachtungsbericht

von René Rabl

Optik: 10zoll F9.15 - 20mm und 9mm Okular

Zeitraum: 13.02.2021 von ca. 19:00 bis ca. 20:30 Uhr

Ab Mittag habe ich die Sternwarte von Restschnee befreit. Die Kuppel wurde immer so gedreht, dass die Sonne eine Seite so erwärmen konnte, dass der Schnee bzw. das Eis wegtaute. Zuvor musste jedoch die weiße pulverige Isolierung mit dem Besen entfernt werden. Der momentan herrschende Dauerfrost hat auch die Montierung und Optik eisig werden lassen. Als ich dann nach einiger Zeit die Kuppel öffnen konnte, drehte ich den Spalt so, dass die Wärme in die Sternwarte konnte und auch Innen die beschlagenden Eisschichten verschwanden.

Gegen 19:00 Uhr bin ich dann in die Sternwarte. Nach foto-webam.eu hatte es in Murnau ca. -9° C. Zur Vorbreitung - es dauerte relativ lang, bis ich Teleskop und Sucher wieder justiert habe - mein Umbau und Versuch zur Verwendung eines größeren Sucherfernrohr funktionierte leider nicht. Hierzu habe ich mich an Aldebaran - Alpha Tauri, dem 14. hellsten Stern von uns aus gesehen, gehalten. Mit der visuellen Helligkeit von 0,87mag ist dieser Stern eine echte Granate im Telelskop. Die Halterung des Fangspiegels im Okularschlitten erzeugt ein großes abgeflachtes ><. 

Kurzer Besuch bei Mars. Mit einer Helligkeit von 0,7mag immer noch so hell, dass im 20er Okular gerade die Fase und Strukuren zwischen sehr hell und dunkel zu sehen waren. Die Auflösung zu erhöhen, damit sich Strukturen zeigen können, dazu hatte ich keine Lust extra ein 9er Okular zu bemühen und ewig im Langsammodus scharfzustellen. Mit bloßem Auge - ohne Optiken - ist es schön zu sehen, wie Mars und Aldebaran ´gleichwertig´ am Himmel stehen.

In der Vorbereitung auf diese Beobachtungsnacht mit CdC war mir wichtig Uranus zu sehen. In den vielen Jahren habe ich diesen eigentlich noch nie richtig visuell beobachtet. Um so größer dann die Freude den grün-blauen Planeten endlich sehen zu können. Mit einer Helligkeit von 5,8mag und einer Größe von 3,4" ist Uranus wunderbar zu sehen. Im 9er Okular konnte ich dann nur sehen - das ist definitiv ein Planet!

Das Auffinden von Messier M77 war elegant - CdC und Sucher machten es einfach. Im Sucher konnte ich mich an Delta Ceti (Sternbild Walfisch) mit einer visuellen Helligkeit von 4,08mag gut orientieren. Die beiden nahe beieinander stehende Sterne HD16786 mit einer visuellen Helligkeit: 6.690 und HD16835 mit einer visuellen Helligkeit: 7.590 zeigten den Bereich in der die Galaxie liegen musste. Nachdem ich ein bißchen hin- und her gefahren bin - plötzlich klar und deutlich - M77 eine Galaxie! Toll!!! Ich konnte sehr gut mit indirektem Sehen die Struktur dieser 8,9mag hellen Spiralgalaxie erkennen. Das Ding ist immerhin 60 Millionen Lichtjahre entfernt!

Danach war Sternehüpfen angesagt. Mein Ziel war Messier M79. Über Beta Orionis (Riegel) nach Alpha Leporis (Arnep) bin ich bei dem Kugelsternhaufen gelandet. Seine visuelle Helligkeit von 7,7mag und einer Entfernung von 40 000 LJ macht ihn zu einem schwächeren Objekt. Trotz der Tiefe am Horizont konnte ich z.T. aufgelöst Randsterne indirekt beobachten. Interessant finde ich, dass aufgrund der geringen Metallizität das Ding ca. 12 bis 13 Milliarden Jahre alt ist. Da werde ich gleich noch einmal Anna Frebels Buch lesen!

Messier M42 in diesem Teleskop zu sehen hat mich sehr beeindruckt. Das Trapez war herrlich zu sehen. Die Bereiche von hell zu dunkel waren exakt in den unterschiedlichen Abstufungen zu beobachten. Beim Hin- und Herfahren mit dem Teleskop waren die Ausmaße des Orionnebels richtig ´erfahrbar´. Großartiges Beobachtungsobjekt mit großartiger Obtik - macht richtig Freude und beeindruckt mich nachhaltig. 

Bei Ceta Orionis (Alnitak) habe ich mich ein wenig umgesehen - auch hier ist trotz F9.1 sind die Nebelstrukturen gut zu erkennen.

Messier M78 war zentral gut als leuchtender Fleck zu sehen. Mit einer visuellen Helligkeit von 8,0mag ist der Reflexionsnebel schön zu finden!

Gegen 20:30 Uhr war es noch kälter geworden - ca. -11°C - mir war nach 1,5 Stunden echt kalt und obwohl der Nachthimmel vielversprechend lockte - ging´s nicht mehr. Luftige Kletterpartien auf der Aluleiter waren not funny - festhalten und kalte Finger oder nicht festhalten ?? - auch keine gute Idee! Somit viel die Entscheidung leicht - ab zum warmen Kachelofen!! Sternwarte schnell geschlossen und ...

...Ende